Unsere Sprechzeiten Die Hausärzte im Ärztehaus
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Das Restless Leg Syndrom (RLS)

„Herr Doktor, ich bin immer so müde – selbst nach 10 Stunden Schlaf!“, so zum Beispiel kann sich ein Patient seinem Arzt gegenüber äußern, der an einer milden Form des Restless Leg Syndroms (RLS) leidet, denn diese Erkrankung kann die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen ohne dass der Patient selbst es merkt. Andere schwerer betroffene Patienten schildern schmerzhafte Missempfindungen, Kribbeln, Muskeldrücken oder -zuckungen, vorwiegend in den Beinen, welche fast ausschließlich in Ruhe auftreten. Diese Beschwerden führen zu einem permanenten Bewegungsdrang mit andauerndem Wälzen oder Beinbewegungen (periodic limb movements) oder gar zur nächtlichen Bettflucht mit Umherwandern durch die Wohnung. Typischerweise bessern sich die Schmerzen sofort durch die Bewegung, so dass sich die motorische Unruhe des Patienten leicht erklären lässt, welche oftmals schon abends vor dem Fernseher zu beobachten ist. Als Ursache dieser Erkrankung wird eine Störung im Dopaminstoffwechsel des Gehirns vermutet. Dieser Botenstoff Dopamin spielt insbesondere bei der unwillkürlichen Motorik, den unbewussten Begleitbewegungen und der Feinmotorik eine Rolle. Charakteristischerweise helfen daher auch Medikamente, welche den Dopamin Spiegel im Gehirn anheben und die man auch bei der Parkinson’schen Erkrankung vorrangig einsetzt, denn auch beim Morbus Parkinson besteht ja bekanntermaßen ein Dopamin Mangel in gewissen Arealen des Gehirns. Warum es jedoch beim Restless Leg Syndrom zu dieser Botenstoffstörung kommt, ist abschließend nicht geklärt, jedoch scheint keine neurodegenerative Erkrankung vor zu liegen, bei der bestimmte Zellen im Gehirn vorzeitig absterben. Dementsprechend gibt es nach aktueller Studienlage auch keine Hinweise darauf, dass Patienten mit RLS gehäuft eine Parkinson Erkrankung entwickeln. In diesem Zusammenhang bleibt aber zu erwähnen, dass es auch sekundäre Ursachen für ein Restless Leg Syndrom geben kann: Beispielsweise können verschiedener Medikamente (z.B. Neuroleptika, Antidepressiva) ein Restless Leg Syndrom auslösen oder verschlechtern; aber auch ein Eisenmangelsyndrom mit leerem Eisenspeichern im Körper (erniedrigtes Ferritin) führt oft zu dem geschilderten Syndrom der unruhigen Beine. In jedem Fall sollte eine umfassende Abklärung und Behandlung erfolgen, denn es gilt: „Wer nicht gut schläft, kann nicht gesund bleiben!“
Dr. Ralf Cronenberg