Unsere Sprechzeiten Die Hausärzte im Ärztehaus
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Herzinfarkt

Plötzlich einsetzende stärkste Schmerzen im linken Brustkorb, oft in Kombination mit einer Schmerzausstrahlung in den linken Arm oder den Unterkiefer, zum Teil auch mit vegetativen Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbreche, Kaltschweißigkeit oder Atemnot, das sind die typischen Symptome eines akuten Herzinfarktes. Dieser wird verursacht durch einen plötzlichen Verschluss eines Herzkranzgefäßes, welches den entsprechenden Herzmuskelanteil mit Blut versorgt. Dieser Verschluss wird hierbei entweder durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) oder einen Verkalkungsherd der Gefäßwand (Plaque) ausgelöst. Leider gibt es aber auch Herzinfarkte, bei denen die oben genannten spezifischen Symptome ganz oder zum Teil fehlen, beispielsweise bei älteren Patienten oder Diabetikern, was das Erkennen dieser lebensbedrohlichen Erkrankung sowohl für den Patienten selbst, als auch für uns Ärzte erschwert. Umso wichtiger ist es, dass Patienten sich bei akut auftretenden Brustschmerzen unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Dies ist aus zwei wesentlichen Gründen notwendig: Zum Einen besteht bei einem Herzinfarkt akute Lebensgefahr, so dass eine permante Überwachung des Patienten nötig ist, um einen Kreislaufstillstand und ein Kreislaufversagen sofort behandeln zu können. Zum Anderen gibt es in der Infarktbehandlung ein wichtiges Zeitintervall von maximal 90 Minuten, innerhalb derer eine Herzkatheter Untersuchung (Koronarangiographie) stattfinden sollte. Hier kann dann das verschlossene Gefäß mittels Kathetertechnik wieder eröffnet und aufgedehnt werden, so dass das betroffene Herzmuskelareal wieder mit Blut versorgt wird. Oft wird im Zuge dieser Behandlung dann auch ein Röhrchen, ein sogenannter Stent in das verengte Herzkranzgefäß eingebracht, welcher die Verengung schient und offen hält. Somit liegt es auf der Hand, dass die unverzügliche Einleitung dieser Maßnahme Leben retten kann und außerdem die Schädigung des Herzmuskels zu verringern vermag. Anschließend muss dann eine standardisierte medikamentöse Therapie zur Blutverdünnung, Herzentlastung und Cholesterinsenkung eingeleitet werden, um das Risiko eines erneuten Infarktes zu verringern (Sekundärprophylaxe). Hier spielt aber auch eine Änderung der Lebensweise mit Nikotinverzicht, gesunder Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung in Form von moderatem Ausdauertraining eine entscheidende Rolle. Damit es aber nicht erst zu solch einem akuten Ereignis kommt, kann man sich jederzeit im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen ärztlich untersuchen und beraten lassen, um sein eigenes Risiko abschätzen zu können oder möglichst schon im Vorfeld eine gestörte Herzmuskeldurchblutung durch eine Herzkranzgefäßverengung zu erkennen. Dies gilt insbesondere für Patienten, in deren naher Verwandtschaft schon Herzerkrankungen oder Schlaganfälle aufgetreten sind.
Dr. Ralf Cronenberg