Unsere Sprechzeiten Die Hausärzte im Ärztehaus
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Beipackzettel – der Nocebo und Placebo Effekt.

Zur Therapie von Erkrankungen sowie zur Symptom- und Beschwerdelinderung setzen wir Ärzte häufig verschiedenste Medikamente ein. Alle Arzneimittel sind mit einem Beipackzettel versehen, der die Anwendungsindikationen, die Wirkungen und Nebenwirkungen beschreibt. Dies ist rechtlich klar definiert und vorgeschrieben, birgt aber so manches „Nebenwirkungspotential“, gerade bei denjenigen Patienten, die sich allzu intensiv mit diesem Schriftstück befassen:
Viele Menschen kennen den Placebo Effekt, der so definiert ist, dass ein Medikament ohne jeglichen Wirkstoff, eine positive Wirkung bei einem Patienten hervorruft. Dem gegenüber steht jedoch gleichermaßen der sogenannte Nocebo Effekt. Letzterer beschreibt das Phänomen, dass Patienten unerwünschte Nebenwirkungen nach der Einnahme eines wirkstofffreien Scheinmedikaments verspüren, nachdem sie diese Nebenwirkungen zuvor im Beipackzettel gelesen haben. Studien konnten belegen, dass Menschen, die im Beipackzettel beispielsweise die mögliche Nebenwirkung Schwindel oder Herzrasen beschrieben bekommen haben, bis zu 30 Prozent auch diese Symptome entwickeln. Statistisch sind hier Frauen etwas häufiger betroffen als das männliche Geschlecht. Offensichtlich spielt die psychische Erwartungshaltung und Konditionierung unserem Körper somit einen ernstzunehmenden Streich, weshalb diese Auswirkungen bei der Arzneimittel Therapie von uns bedacht und mit dem Patienten auch besprochen werden müssen. Eines liegt aber anhand dieses Beispiels klar auf der Hand: Unsere Psyche nimmt in der gesamten Medizin bei der Therapie von Erkrankungen eine wichtige Rolle ein, was wir jedoch auch zu unserem Vorteil einsetzen und nutzen können. Ob man nun Beipackzettel liest oder nicht, muss nun jeder für sich selbst entscheiden.

Dr. Ralf Cronenberg