Unsere Sprechzeiten Die Hausärzte im Ärztehaus
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ADHS

Unkonzentriertheit, leichte Ablenkbarkeit, motorische Unruhe, fehlende Impulskontrolle sind einige wesentliche Merkmale, die zu der Verdachtsdiagnose ADHS (Aufmerksamkeits Defizit Hyperaktivitäts Störung) führen. Eine Diagnose, die von vielen als „Modekrankheit“ in unserer psychisch immer auffälliger werdenden Gesellschaft belächelt wird und gemäß deren Ansicht der „allzu lebhafte Nachwuchs“ ins krankhafte Abseits geschoben wird. Schwer zu führende Kinder bekommen so leicht den Stempel ADHS, werden stigmatisiert, ausgegrenzt und in psychiatrische Behandlungen geschickt. Was die Eltern und die Gesellschaft nicht vermag, sollen nun Therapeuten und Tabletten richten.

Wissenschaftlich belegt ist eindeutig, dass es diese Erkrankung tatsächlich gibt und dass die betroffenen Patienten – Kinder und Erwachsene – einen Mangel an chemischen Botenstoffen, vorwiegend Dopamin, in bestimmten Arealen des Gehirns aufweisen. Diese Verschiebung der Botenstoffkonzentrationen führt dann zu der bekannten Symptomatik mit Hyperaktivität und verminderter Aufmerksamkeit. Daraus resultieren oft typische Lebensläufe mit Schulproblemen, sozialer Isolation, gehäuften Partnerschafts- und Arbeitsplatzkonflikten – die Lebensführung wird zum Desaster. Die betroffenen Menschen sind meist unbeliebt, ausgegrenzt und einsam, können jedoch auch sehr leistungsfähig und kreativ sein, da ihr „Motor“ ja stets auf Hochtouren läuft.

Um die richtige Diagnose stellen zu können, muss eine genaue Krankengeschichte vom Kleinkindalter an erhoben werden. Berichte der Eltern, Erzieher und Lehrer, Zeugnisse und Schulhefte müssen ausgewertet und psychologische Testungen durchgeführt werden, denn nur die Zusammenschau aller Befunde und Tests lässt eine exakte Diagnosestellung zu.

Für die Behandlung stehen verschiedene Medikamente, sogenannte Psychostimulanzien, zur Verfügung. Zusätzlich ist eine flankierende Ergo- und Psychotherapie, insbesondere zur Elternschulung, sinnvoll, um den Alltag zu strukturieren und adäquate Verhaltensmuster einzuüben. Wichtig ist hierbei, dass gerade die Medikamenteneinnahme überhaupt erst die Voraussetzung für eine Beübung schafft. Denn ein Kind welches nicht einmal ruhig sitzen kann, ist verständlicherweise kaum in der Lage, etwas zu lernen. Somit ergibt die wissenschaftliche Datenlage eindeutig, dass bei schwerer ADHS alternative Therapien oder alleinige übende Verfahren keinen gesicherten Nutzen erbringen, jedoch frühzeitig medikamentös therapierte Kinder deutlich von dieser Therapie profitieren, wenn die Diagnose stimmt.

Copyright 2013, Dr. med. Ralf Cronenberg